Elpis ist eine Privatpraxis, die auf der Grundlage einer Behandlung nach einem bereits vereinbarten Termin arbeitet.
Bitte rechnen sie bei einer komplexen, ärztlich-psychotherapeutischen Behandlung mit Kosten von 200 Euro pro Behandlungsstunde, daher gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass die Kosten nicht vollständig von den privaten Krankenkassen übernommen werden und eine gewisse Selbstbeteiligung erforderlich ist.
Gesetzlich versicherte Patienten:
Von gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten nicht übernommen. Behandlungen im Verfahren der Kostenerstattung werden nicht angeboten. Gerne können Sie sich jedoch als Selbstzahler in der Praxis vorstellen.
Über Beihilfe versicherte Patienten:
Es erfolgt keine Antragstellung bei Beihilfestellen. Gerne können Sie sich jedoch als Selbstzahler in der Praxis vorstellen.
Sollten Sie Ihren Termin nicht einhalten können, bitten wir Sie, ihn 72 Stunden vorher abzusagen. Andernfalls müssten wir Ihnen eine Stornogebühr in Rechnung stellen.



Ein warmer Kamin, umgeben von Porzellan, Messing und Gegenständen vergangener Zeiten. Doch meine Aufmerksamkeit gilt weniger der sichtbaren Wärme des Feuers als der stillen Geschichte, die diese Dinge in sich tragen.
Wer hat aus diesen Tellern gegessen? Welche Gespräche wurden geführt, während dieser Krug weitergereicht wurde? Welche Hände haben diese Gegenstände vor Jahrzehnten berührt?
Objekte können zu stillen Zeugen menschlichen Lebens werden. Sie verbinden Menschen, die sich niemals begegnet sind, und tragen Erinnerungen über Generationen hinweg weiter.
In der Psychotherapie begegnen wir einem ähnlichen Phänomen: Erfahrungen, Gefühle und Beziehungsspuren überdauern Zeit und werden – oft unbemerkt – weitergetragen. Begegnung entsteht nicht nur im direkten Kontakt, sondern auch über das, was bleibt.
Vielleicht liegt gerade darin eine besondere Form von Wärme: die Erkenntnis, dass menschliche Spuren fortbestehen und uns miteinander verbinden – über Zeit, Raum und Lebensgeschichten hinweg.
Ich sehe viel Schnee.
Schwere. Kälte. Grau.
Aber mein Blick bleibt nicht dort.
Er bleibt bei den Bäumen.
Aufrecht. Gerade. Still. Stabil.
Sie tragen die Last des Schnees.
Und dennoch verlieren sie nicht ihre Form.
Nicht ihre Farbe.
Nicht ihre Haltung.
Für mich ist dieses Bild keine Winterlandschaft.
Es ist ein psychologisches Bild.
Denn genauso erleben viele Menschen schwierige Lebensphasen:
Alles fühlt sich schwer an.
Gedämpft. Kalt. Kraftlos.
Als würde etwas auf ihnen liegen.
Und doch – irgendwo darunter –
ist noch immer diese innere Struktur vorhanden.
Diese Aufrichtung.
Diese Lebendigkeit.
Nicht sichtbar auf den ersten Blick.
Aber da.
Psychotherapie bedeutet oft genau das:
den Blick weg vom Schnee zu den Bäumen zu lenken.
Weg von der Last.
Hin zur inneren Stabilität, die noch da ist.
Dieses Bild erinnert mich daran,
dass Stabilität nicht bedeutet, keine Last zu tragen.
Sondern trotz der Last aufrecht zu bleiben.
Wie diese Bäume.




Ich stand allein in einem Aufzug.
Auf dem Weg in den zehnten Stock.
Und dann sah ich sie.
Eine ganz frische, noch duftende Brezel,
sorgfältig über das Geländer gelegt.
Niemand sonst war da.
Kein Hinweis. Keine Erklärung.
Nur diese Brezel.
Und ich musste lächeln.
Nicht, weil es „lustig“ war.
Sondern weil es so unerwartet kreativ war.
So menschlich.
So lebendig.
Jemand hatte diese Brezel offenbar gefunden.
Und statt sie achtlos liegen zu lassen,
hatte diese Person sie fast liebevoll platziert.
Als hätte dieser Moment eine kleine Bühne verdient.
Solche Augenblicke gehen im Alltag oft verloren.
Wir eilen. Wir funktionieren. Wir denken weiter.
Aber genau hier beginnt etwas sehr Psychologisches:
Die Fähigkeit, im Banalen Bedeutung zu entdecken.
Im Zufälligen etwas Menschliches zu sehen.
Sich von einem kleinen Detail berühren zu lassen.
Das ist keine Übung.
Das ist eine Haltung.
Und diese Haltung ist es, die Menschen hilft,
wieder Zugang zu Lebensfreude, Kreativität und innerer Beweglichkeit zu finden.
Nicht durch große Ereignisse.
Sondern durch einen veränderten Blick auf die kleinen.
Diese Brezel hat mir ein Lächeln geschenkt.
Und sie ist mir in Erinnerung geblieben.
Wie viele solcher Momente übersehen wir täglich?
Manchmal sind es nicht die großen Erfolge, die uns formen, sondern die Risse, die kaum jemand sieht. Hinter jeder Fassade, so stark und makellos sie wirken mag, liegt ein Raum, in dem Zweifel, Sehnsucht und die Suche nach Sinn wohnen.
Ich habe mich entschieden, diesen Raum sichtbar zu machen. Willkommen bei „Die leisen Fragen“ – einer wöchentlichen Reihe von Geschichten, anonymisiert und dennoch voller Wahrheit. Geschichten von Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen: von Führungskräften, Studierenden, Ärztinnen und Ärzten, Kunstschaffenden. Geschichten von leisen Fragen, die selten ausgesprochen werden, und von Momenten, in denen das Leben eine andere Richtung nimmt als geplant.
Diese Geschichten sind mehr als Einzelfälle. Sie zeigen, wie nah Stärke und Verletzlichkeit beieinanderliegen – und wie schwer es manchmal ist, sich selbst und anderen einzugestehen, dass nicht immer alles gelingt.
Mit jedem dieser Texte möchte ich zwei Dinge erreichen:
… Einen Raum schaffen, in dem wir uns erinnern, dass das Leben nicht nur in Erfolgen, sondern auch in Brüchen sichtbar wird.
… Und zeigen, dass es ein Zeichen von Größe ist, sich selbst Raum zu geben – auch wenn es unbequem ist.

